Die Abmessungen unserer Motorräder sind ja mittlerweile sehr uniform geworden, - wir aber nicht. Die einfachste Methode um unser Moped "maßgeschneidert" zu bekommen, ist es die Sitzbank auf-, bzw. abzupolstern. Wir können das ganze natürlich einem Sattler überlassen, aber das kostet erst mal reichlich Geld, und , - was noch viel wichtiger ist - , wir können das Ergebnis nur für gut oder schlecht befinden; aber zwischendurch nie Maß nehmen! Anderen gefällt einfach nur der alte Bezug nicht, da er die falsche Farbe hat, oder eingerissen ist.Also doch lieber selber machen:

Zuerst probieren wir die Bezieherei mal mit einer ganz einfachen Sitzbank ohne Umpolsterei, an der nicht so viele Rundungen dran sind.
Dazu brauchen wir folgendes Material und Werkzeug: Einen kleinen Schraubendreher und eine Zange, um die alten Krampen aus der Sitzbank zu bekommen. Einen kräftigen Tacker, um den neuen Bezug zu befestigen. Einen Fön, mit dem wir den neuen Bezug anwärmen können, damit er schön elastisch wird und sich den Rundungen der Sitzbank anpaßt. Ausreichend Kunstleder, und ein scharfes Messer, mit dem wir ihn zuschneiden können.

Als erstes müssen wir den alten Bezug herunter kriegen: Dazu hebeln wir mit dem Schraubendreher die Krampen, die den Bezug halten aus der Sitzbankschale, und ziehen sie mit der Zange heraus.
 

Wenn der Bezug herunter ist, schneiden wir den neuen Bezug schon mal grob vor, so das wir immer mindestens fünf bis sechs Zentimeter Rand haben, der über die Schale lappt (Den Rand brauchen wir, um den Bezug richtig stramm ziehen zu können. Mit dem spitzen Finger geht das schlecht, also lieber etwas mehr vom Sattler besorgen, damit es auch wirklich reicht).

Jetzt können wir den neuen Bezug schon mal mit ein paar Krampen auf der Schale fixieren: Genau auf halber Höhe der Sitzbank festtackern. Damit der Bezug später auch schön glatt ist und keine Falten wirft, ziehen wir ihn beim Befestigen etwas stramm. Das gleiche machen wir genauso an Anfang und Ende der Sitzbank.
 

Ist der Bezug erst mal fixiert, kümmern wir uns um die Ecken: Wir ziehen den Bezug stramm über eine Ecke. Wenn er dabei Falten wirft, erwärmen wir ihn an der Stelle vorsichtig! mit dem Fön, dann wird er schön geschmeidig, und passt sich den Konturen an ( wenn das noch nicht ausreicht, streichen wir den Bezug etwas in Richtung der schon fixierten Mitte, "stauchen" ihn also). An den Ecken können wir den Bezug auch ruhig überlappend festtackern, solange die Falten nur an der Unterseite der Sitzbank auftreten (das nimmt etwas Spannung aus dem Bezug).
 

Ist die Ecke erst mal faltenfrei festgetackert, können wir den Bezug auch gleich bis zur Mitte befestigen; dabei ihn immer schön unter Spannung halten, und bei Bedarf mit dem Fön nachhelfen.

Das ganze machen wir von jeder Ecke ausgehend, bis wir einmal ganz um die Sitzbank herum sind; dann brauchen wir nur noch mit einem scharfen Messer den überstehenden Bezug abschneiden.
 

Zuletzt durchstechen wir den Bezug noch an Stellen, wo Schrauben für Halteriemen o. ä. durchgesteckt werden. Am sichersten gegen Einreißen des Bezuges an solchen Stellen ist es, wenn wir die Löcher stanzen; wird der Bezug an der Stelle aber von der Verschraubung gegen die Sitzbankschale gepreßt, reicht auch ein kreuzweises Einschneiden.
 

Jetzt versuchen wir mal eine Sitzbank ab- bzw. aufzupolstern: weiter...