Der Viertakt- oder Otto-Motor ist in den meisten unserer Motorräder verbaut; wie funktioniert er aber?
Hier ist der Name "Programm": Er hat vier Takte: 1.: Ansaugen, 2.: Verdichten, 3.: Arbeiten, 4.: Auslassen .
Vom Prinzip natürlich einfacher als der Zweitakter, dafür aber von der Mechanik etwas komplizierter aufgebaut (irgend was ist ja immer :-)   ) 

 
1.Takt, Ansaugen:
 

Dabei bewegt sich der Kolben in Richtung des unteren Totpunktes (UT). Das (oder die) Einlaßventil wird dabei von der Einlaßnockenwelle geöffnet. 
 Dabei herrscht im Brennraum des Motors ein Unterdruck, durch den das Benzin-Luft-Gemisch angesaugt wird. Der Unterdruck entsteht übrigens nicht durch den Kolben, der sich "nach unten" bewegt, und so den Brennraum vergrößert. - Wir akzeptieren das jetzt aber mal so, und gedulden uns bis zum letzten Takt :-)

2.Takt: Verdichten:
 

Das Einlaßventil ist von der Ventilfeder wieder geschlossen worden. Der Kolben bewegt sich Richtung oberen Totpunkt (OT). Durch die Verringerung des Volumens über dem Kolben wird das Gemisch verdichtet.
 Bis jetzt war das Gemisch wirklich nur ein Gemisch aus Luft und kleinsten Benzintröpfchen. Durch die Komprimierung erwärmt sich dies soweit, daß das Benzin spätestens jetzt endgültig verdunstet. (Tut es eigentlich schon vorher durch den Kontakt mit dem warmen Brennraum; außer natürlich im kalten Zustand. - Deswegen brauchen wir beim Start ja auch den Choke :-)   )
.

3. Takt: Arbeiten
 

Wenn der Kolben im OT angekommen ist, wird das Gemisch von dem Zündkerzenfunken entzündet. Dadurch verbrennt das Gemisch, (Deswegen heißt der Motor auch Verbrennungsmotor und nicht Explosionsmotor; bei einem explodierendem Gemisch würde der Kolben zwar auch bis zum UT wandern, von da aus aber auch gleich weiter bis durch die Ölwanne :-(( ) und durch den Druck wird der Kolben Richtung UT gedrückt. Dabei treibt der Kolben über das Pleuel die Kurbelwelle an.
 Übrigens habe ich etwas geflunkert: Das Gemisch wird schon etwas vor dem OT entzündet, da die Flammenfront etwas Zeit braucht das ganze Gemisch zu entzünden. Mit diesem "Trick" wirkt länger der maximale Druck auf dem Kolben, und der Motor hat beträchtlich mehr Drehmoment/Leistung :-)

4. Takt: Auslassen
 

Das Auslaßventil ist geöffnet, und der Kolben bewegt sich richtung OT. Dabei ströhmt das verbrannte Gemisch aus dem Motor. Jetzt kommen wir auch zu dem geheimnisvollen Unterdruck im ersten Takt: Wenn das Auslaßventil öffnet herrscht im Brennraum immer noch ein sehr starker Restdruck, durch den das Abgas mit Gewalt beschleunigt wird und entweicht. Durch die hohe Geschwindigkeit wird aus dem Brennraum auch der letzte Rest mitgerissen, und der oben erwähnte Unterdruck entsteht. Dabei sind Auslaß- und Einlaßventil eine kurze Zeit gleichzeitig geöffnet. 
  Dadurch passiert Folgendes: frisches Gemisch kommt in den Brennraum, und teilweise sogar mit in den Auslaßkanal, welches vom Auspuff aber zurück gedrückt wird (wie beim Zweitakter, nur nicht so effektiv). Jedenfalls wird auch das frische Gemisch so stark beschleunigt, das mehr in den Brennraum kommt als der Kolben durch seine reine Abwärtsbewegung ansaugen könnte.
  Ein moderner Ottomotor hat schon im Leerlauf eine effektive Verdichtung von ca. 40 bar und nicht nur die theoretischen acht bis zwölf bar.